Welche sind die fängigen Perlmutt-Spangen?

Welche sind die fängigen Perlmutt-Spangen?

Die meisten Schleppfischer kennen das: Oft fängt eine bestimmte Spange deutlich besser als die andern. Warum es gerade diese Spange ist, wissen nur die Forellen. Da ich mein grösstes Hobby zum Beruf machen konnte verbringe ich viele Stunden auf dem Wasser und stelle Perlmutt-Spangen auf einen attraktiven Lauf ein. Ich weiss, welche Bewegungen die Fische bevorzugen. Aber um herauszufinden, welche Spange dann wirklich der Super-Fänger ist, braucht es eine Strategie und viel Zeit.

Vor kurzem schilderte ein Freund bei mir im Verkaufsladen folgendes Erlebnis: «Ich war Ende Oktober auf dem Bodensee und schleppte mit acht Spangen, darunter ein paar von den neuen, welche ich kürzlich bei dir aus selektiert hatte. Kaum waren alle Spangen im Wasser, kam der erste Biss: eine knappe 50er-Seeforelle. Sie hatte auf eine Premium Goldfisch Perlmutt- Spange gebissen, das Preisschild hing sogar noch an der Spange. Wir schleppten weiter Richtung Rheinmündung und wieder ein Biss, wieder eine knappe 50er, wieder auf die gleiche Goldfisch Spange. Der Spot wurde auf dem Plotter markiert und weiter gings. Wer es selber nicht erlebt, glaubt es kaum: Der gleiche Zügel formierte sich wieder zu einem V. Ich dachte, es gehe da unter Wasser nicht mit rechten Dingen zu! Kurz vor dem Ende der vierstündigen Schlepptour kam dann noch eine Seefo auf eine Turmalin Perlmutt-Spange.» Wie geht das? Eine Spange produziert drei Bisse, eine Spange einen und die andern sechs haben null Fischkontakt. Natürlich passte an dem Tag vieles, die Fische waren aktiv, aber dass die eine Spange so fängig sein kann, ist doch bemerkenswert. Wie wäre der Nachmittag verlaufen ohne diese Spange?

Auch mich haben solche Erlebnisse bei der Seeforellenfischerei einschneidend geprägt. Die Faszination von Perlmutt ist angekommen und ich suche nach dem
Superfänger. Perlmutt blendet nicht nur die Fische, sondern auch mich. Wie wäre es, wenn ich mit acht solchen Top-Ködern schleppen könnte?

So kann ein Schlepptag beginnen

Dann kam Anfang Februar die erste Grosse auf den äussersten Rubin; sie zog im ersten Run richtig davon und fing dann an zu springen, bis sie ab war. Natürlich ärgerte ich mich, aber immerhin schien eine von den neuen Spangen zu funktionieren. Während den nächsten drei Ausfahrten konnte ich drei kleine Seeforellen feumern, eine davon wieder auf den Rubin, mit dem ich die Grosse verloren hatte. Nach vielen Stunden, in denen nichts mehr ging, war es dann soweit: Das dritte Brättli schoss nach hinten und nach einem spannenden Drill war eine blanke 70er im Boot. Und was hatte sie im Maul? Dieselbe Rubin, mit der ich die erste Grosse verloren hatte! Somit war es eigentlich schon klar, welches die Super-Spange war. Mitte März war ich mit meinem Sohn unterwegs, die zweite Rute war schon im Ständer. Ich war mit der dritten Rute beschäftigt, als an der zweiten das Bremsgeräusch ertönte und die Rute immer krummer wurde. So durfte der Tag anfangen mit einer knappen 70er – am Rubin! Doch was machen die anderen sieben Rubin? Drei Tage später kam endlich auf einen weiteren Rubin eine stattliche Seefo, die Spange ging danach aber leider verloren. Später gab es noch einige kleinere Seefos, aber das Resultat war nach neun Ausfahrten klar.

Superfänger selektieren
Sobald die Seeforelleneröffnung Geschichte ist, versuche ich mein Spangensortiment wieder zu optimieren und experimentiere mit verschiedenen Farben und Grössen von 8 bis 11 cm. Meist stellt sich dann heraus, auf welche Farben und Grössen die Bisse kommen. Meine Eröffnung 2020 startete mit einer 46er auf Jade und einer Untermassigen, nicht ganz so wie erhofft. Die folgenden Tage brachten dann zwar viele Kleine, aber nichts Grosses. Die erste Grosse kam dann auf der vierten Ausfahrt auf eine Rubin 9 cm. Rubin ist zwar nicht so meine Farbe, aber ich nahm mir für diese Saison vor, diese Farbe ausgiebig zu testen um die Superfänger zu finden. Ich schliff mir sieben zusätzliche Rubin von 8 bis 10 cm in einer Erfolg versprechenden Form. Auf den nächsten Ausfahrten fischte ich jeweils vier von den neuen Rubin auf einer Seite, auf der anderen Seite verwendete ich andere Spangen, welche schon Fische gebracht hatten.

Diese Spange ging leider verloren

Fazit

Ich denke, die Farbe ist nicht unbedingt matchentscheidend, ich habe auf diesen Ausfahrten auch auf der anderen Seite mit anderen Farben Fische gefangen. Aber das Bild war immer etwa das gleiche: Bei fünf Perlmutt-Spangen stach eine extrem heraus und fing meist so viel, wie die vier anderen zusammen. In meinen Augen macht es Sinn, nur bei einer Farbe die fängigste zu suchen. Ich wechsle auch die Position der Spangen bei jeder Ausfahrt, damit diese alle in verschiedenen Tiefen gefischt haben. So wird gleiches mit gleichem verglichen. Von den acht Spangen kommen nun zwei in die Super-Box, die restlichen werde ich leicht umschleifen, so dass sie einen anderen Lauf bekommen. Dann werden diese von neuem auf Seeforellentauglichkeit getestet. Auf die neue Saison hin werde ich meine Turmalin-Spangen hoffentlich um ein bis zwei Super-Fänger erweitern können, dann werde ich bereit sein