Seeforellen und der Vollmond

Seeforellen und der Vollmond

Schon eine ganze Woche ist es her, dass ich nicht auf den See konnte. Der Wind lies es einfach nicht zu. Endlich sieht es 3 Tage am Stück besser aus, am ersten Tag geht es mir aber dummerweise nicht, naja nach so einem langen Sturm ist es meist je besser noch ein Tag zu warten. Die 2 Tage sind im Kalender eingetragen und siehe da es sind die 3 Tage vor dem Vollmond. Die Tage vor dem Vollmond sind meine lieblingstage zum Seeforellen schleppen, wenn ich es richten kann bin ich dann auf dem Wasser.

Am ersten Tag hatte ich einen Biss an der Wasseroberfläche, der Fisch hing aber nur kurz und weg war sie. Nach guten 11 Stunden kam dann doch noch eine massige Forelle, welche ich wieder zurücksetzte.

Als ich im Hotel war fragte ich mich warum ging nicht mehr? Wo sind die Grossen? Haben sie den Standort gewechselt, es hatte auch eindeutig weniger verdächtige Seeforellen Sicheln auf dem Echolot. Was soll ich machen, dem alten Spot der in den letzten Wochen gut Fische brachte treu bleiben oder neu anfangen zu suchen? Von anderen Fischern hörte ich auch, dass sie nichts bis fast nichts gefangen haben heute und einen Tag zuvor. Vielleicht war es einfach noch der häftige Sturm der alles durcheinander machte? Stehen die Fische in anderen Tiefen? Wieder mal Fragen über Fragen, ich entschied mich dem alten Spot treu zu bleiben und morgen mindestens 12 Stunden dort im Kreis zu fahren, wenn dann nichts geht muss ich wirklich die Fische neu suchen.

Der morgen fängt schon vielversprechend an, um 8’30 geht ein Brättli zurück und ich konnte eine 50er Keschern und in den Fischkasten setzen. Kurze Zeit später folgt eine Undermässige. Kurz nach 10’00 bekam ich eine Fangmeldung von einem Kunden der am gleichen See unterwegs ist, er fängt ein toller 66er Saibling in der Tiefe auf eine Diamond Crystal. Das motiviert natürlich unheimlich aber bei uns geht nichts mehr.

Man hat ja viel Zeit beim Schleppen und so Unterhaltet man sich mit den heutigen Medien ständig mit anderen Fischern. Dänu hatt bis anhin eine wirklich zähe Saison, er verlor einige schöne fische nach einander und war am Boden, er schriebe mir um 12’55, „Gloube i gibe t’Seeforäüefischerei uf, bi mir gat nüt“. Er hatte wirklich viel Pech, aber um 14’06 bekam ich die super Fangmeldung. Die Wünderschöne stieg an der Tiefsee ein auf eine Onix Perlmutt-Spange. Dänu zitterte 30 Minuten bis sie endlich im Kescher war. Nach so vielen Stunden endlich der erhoffte Erfolg, Gratuliere, das durchhalten hat sich doch gelohnt, hoffentlich dauert es nicht mehr so lange zur nächsten.

Finde das Foto sehr gelungen, Silber in Silber! Was für eine tolle Seeforelle. Wenn man so ein Fisch in den Händen hält vergisst man alle vergangenen Schleppstunden welche man investiert hat. Dänu musste lange durchhalten und er wurde belohnt.

Wir fuhren immer noch Stuhr unseren Kreis am Spot, ich sitze in der Kabine und die Augen vielen mir immer wieder zu, bis der schönste Wecker der Welt ertönt! Mein Kollege meinte ich war im Tiefschlaf aber ich sprang auf und rief Fisch on, ja das Brättli mit 350 Gramm rast zurück und schnell, so dass es eine Schöne sein sollte. Es lief alles gut und kurz darauf lag sie im Kescher eine Dicke 60er, wow doch noch, die Freude war gross. Das ausharren und Vertrauen an den Spot hat sich wieder mal gelohnt. Immer wenn Zweifel kommen und ich Kreuz und Quer durch den See fahre endet es meist mit mässigem Erfolg, meines Erachtens weil man zur Beisszeit meistens am falschen Platz ist wo die Grossen stehen.

Hatte der kommende Vollmond heute wieder was bewirkt? Eine gute Beissfrequenz und einige grossen Fische wurden heute gefangen, wenn ich meine Statistik die letzten Jahre zurück verfolge zeichnet sich dies ab. Was sind Eure Erfahrungen mit dem Vollmond und Seeforellen? Was für mich auch immer wieder sehr faszinierend ist, als Köderlieferant bin ich gut Vernetzt mit den Seeforellenfischern und ich bekomme viele Fangmeldungen von denen nur ein Teil davon publiziert wird. Das erstaunliche ist das häufig an den selben Tagen an verschiedenen Gewässern gefangen wird. Die Wetterlagen sind zum teil aber sehr unterschiedlich von Gewässer zu Gewässer, warum ist das so? Tage zuvor und Tage danach kommen nur wenige Fangmeldungen? Je länger ich mich mit dem Thema befasse desto spannender wird es wie die Natur der begehrten Silberbarren funktioniert.

Kurz vor Dämmerung „glögglets“, eine schöne mitte 50er bis auf der Tiefsee auf 12 Meter. Es ist immer wieder faszinierend wie unterschiedlich Tage sein können, von Nullrunden bis Tage mit x-Fisch Kontakten, es bleibt eine Faszination. Die 60er nahmen wir mit, alle anderen konnten wir zurücksetzen und hoffen ihnen in 2-3 Jahren wieder begegnen zu können.

Es gibt für mich keinen Grund nicht zum fischen zu gehen, Mond hin oder her, ein schöner Fisch ist immer möglich, aber wenn ich es richten kann sind mir die 2 Tage vor Vollmond am liebsten.

Eure Meinung zu diesem Thema würde mich sehr Interessieren.

Petri

Roger